Der armenische Oppositionsführer Artur Baghdasarian kritisiert im STANDARD-Interview die enge Anbindung seines Landes an Russland und plädiert für einen Dialog mit der Türkei

STANDARD: Sie reisen nun viel in Westeuropa, waren kürzlich in London zu einem Vortrag und kommen nun nach Wien – wird Armeniens Position in Europa verstanden?

Baghdasarian: Armenien ist im Westen sehr wenig bekannt. Man versteht nicht, was wir wollen. Die Westeuropäer wollen ein demokratisches Armenien sehen, sie wollen wissen, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen. Unsere Außenpolitik aber ist passiv. Wir brauchen neue Ideen.

STANDARD: Armeniens Außenminister sprach immer von einer „Politik der Komplementarität“, von guten Beziehungen zu Russland wie zur EU, die sich ergänzen würden.

Baghdasarian: In unserer Außenpolitik sollte einiges klarer werden. Vartan Oskanians Formel versteht man nicht mehr, weder hier in Armenien noch im Ausland.

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Quelle: derstandard.at Datum: 29.11.2006 - 14:06