Die Armenier reagieren eher zurückhaltend auf die von der Schweiz geförderte Annäherung zwischen der Türkei und ihrer Heimat – in der Schweiz noch zurückhaltender als in Istanbul.
Wie vergangene Woche bekannt wurde, haben sich Armenien und die Türkei unter Schweizer Vermittlung auf ein Protokoll geeinigt, das unter anderem die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Öffnung der seit 1993 geschlossenen Grenze vorsieht. Ausserdem sollen Kommissionen gebildet werden, um die Zusammenarbeit auf Gebieten wie dem Tourismus, der Energie und der Denkmalpflege anzustossen. Ein heikler Punkt ist die Gründung einer Unterkommission von Historikern beider Länder sowie aus der Schweiz und anderen Staaten. Sie soll die Frage des von der Türkei bestrittenen Völkermordes an den Armeniern im Ersten Weltkrieg untersuchen. Das Protokoll soll schon in sechs Wochen, pünktlich zu einem Fussballländerspiel, den beiden Parlamenten zur Ratifikation vorgelegt werden.
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